«St. Johann» hat seinen Braumeister

Die Planungsphase zur Brauerei St. Johann ist abgeschlossen, die Finanzierung definitiv sicher gestellt. Damit haben die Bauarbeiten auf der Liegenschaft Mauer begonnen. Künftiger Braumeister und Betriebsleiter wird Rainer Schinkel, ein Fachmann mit langjähriger Erfahrung.

Die Idee wird Realität, das ist nun auch von aussen erkennbar. In der «Mauer» wird bald schon Toggenburger Bier gebraut. Ein Qualitätsbier soll es werden, das «St. Johann», vollmundig und von bodenständigem Charakter, wie der Toggenburger selbst. Im ersten Jahr sollen 500 Hektoliter Bier gebraut werden, von Jahr zu Jahr mehr, so erhofft es sich der Verwaltungsrat der Brauerei St. Johann AG mit André Meyer, Philipp Grob und Tobias Kobelt.

Optimalbesetzung gefunden
Zur Verwirklichung dieses Traumes massgeblich beitragen wird der künftige Braumeister Rainer Schinkel, den der Verwaltungsrat aus über 30 Bewerbern als Idealbesetzung gewählt hat. Der diplomierte Braumeister aus dem deutschen Witzenhausen hat den Kopf bereits voller Ideen für das «St. Johann»: Ein kräftiges Stammbier will er brauen, das zu jeder Jahreszeit verfügbar ist. «Das Angebot kann man mit saisonalen Variationen erweitern, beispielsweise mit einem Bockbier», führt Rainer Schinkel aus. Experimentieren lasse es sich gut, ist er überzeugt, denn «je kleiner die Brauanlage, desto mehr Möglichkeiten hat man». Experimentieren soll er auch, der Braumeister, findet Verwaltungsratsmitglied Tobias Kobelt: «Erstens ist Rainer Schinkel ein Fachmann und zweitens verfügt er über langjährige Erfahrung sowohl im Bierbrauen als auch in der Gastronomie, weshalb der Verwaltungsrat überzeugt ist, dass er das Beste aus dem Produkt macht.» Rainer Schinkel seinerseits begründet seine Motivation für die künftige Aufgabe damit, dass er einen neuen Betrieb von Grund auf entwickeln und mittragen kann. «Die Aufgabe ist interessant, herausfordernd und birgt Potenzial für grosse kreative Freiheiten», so der Braumeister. Herzstück seines Arbeitsgebiets wird die Zehn-Hektoliter-Brauanlage, die der Verwaltungsrat für die Brauerei St. Johann bestellt hat, und die im Herbst geliefert werden soll. Sie entspricht der Anlage einer Klein-Brauerei. Wert ist sie über eine halbe Million Franken.

Bauarbeiten kürzlich begonnen
Etwa in diesem Rahmen belaufen sich auch die Mehrkosten für das Gesamtprojekt, die den Verwaltungsrat veranlasst haben, den Baubeginn hinauszuzögern, bis die Finanzierung definitiv gesichert ist. Dies ist nun der Fall, kann Tobias Kobelt vermelden. «Nebst der Gemeinde Nesslau-Krummenau und dem Amt für Denkmalschutz haben wir weitere Investoren mit Bezug zum Toggenburg gefunden. Die Planungsphase haben wir im März abgeschlossen, nun beginnen die Bauarbeiten.» Sichtbar sind erste Anzeichen: Aktuell werden die Leitungen des örtlichen Wärmeverbundes so verlegt, dass die Brauerei später ans Netz angeschlossen werden kann. Als nächstes wird das Gebäude zwischen dem Gasthaus und der Remise abgerissen und ein Neubau errichtet, in dem die Brauanlage installiert wird. Die Remise erhält einen sanften Umbau. «Der Festsaal wird noch nicht voll ausgebaut, aber sicher soweit instand gesetzt, dass er bereits benutzt werden kann», erläutert Tobias Kobelt, «wir haben nämlich schon erste Anfragen für Feste erhalten.» Ausgeführt wird der grösste Teil der Bauarbeiten vom lokalen Gewerbe, versichert Tobias Kobelt. Die Bauleitungsaufgaben leitet das Architekturbüro Wickli + Partner.

Neueröffnung noch im 2012
Nebst Anfragen für Feste lasse sich das Interesse der Toggenburgerinnen und Toggenburger auch daran erkennen, dass sich viele für ein allfälliges Probe-Trinken zur Verfügung stellen wollen, meint Tobias Kobelt schmunzelnd. Ausserdem sei mittlerweile knapp die Hälfte des Kapitals aus der Aktienkapitalerhöhung um 360 000 Franken gezeichnet. Es sei also noch möglich, sich am Toggenburger Bierprojekt zu beteiligen. Erstmals getrunken werden kann das «St. Johann» gegen Ende Jahr. Den ersten Sud will Rainer Schinkel brauen, sobald die Anlage geliefert ist. Nach der Lagerzeit von etwa vier Wochen kann schliesslich die Neueröffnung des Gasthauses Mauer und der Brauerei St. Johann begangen werden. «Der Genuss des Biers in der <Mauer>, im Rahmen der Brauerei, wird garantiert ein exklusives Erlebnis», verspricht Tobias Kobelt.

Quelle: tagblatt.ch

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar