Ein Bier, das gönn ich mir?

Was ist Ihr Lieblingsgetränk nach dem Sport? Wasser, Rivella, ein Regenerationsgetränk oder doch lieber ein Bier? Ich habe kürzlich gelesen, dass rund die Hälfte aller Vereinsfussballer in Deutschland nach dem Training zusammen mit den Kollegen noch ein Bier trinkt; vielleicht sind es dann auch zwei oder drei Biere. Diese Zahl dürfte in der Schweiz – nicht nur im Fussball – ähnlich hoch liegen.

Sport und Alkohol gehören irgendwie zusammen. Etwa mit Werbeplakaten auf den Wettkampfplätzen oder als Getränk bei rauschenden Siegesfeiern. Besonders beliebt: Bier- und Schampusduschen. Als Kinder spielten wir jeweils mit Wasser oder Sprudelgetränken nach, wie die Grossen des Automobilsports Ayrton Senna, Niki Lauda oder Alain Prost nach heldenhaften Siegen mit ihren Magnum-Flaschen in die jubelnde Menge spritzten. Und wohl mancher Jüngling dürfte seinen ersten grossen Rausch etwa bei einem Turnfest oder nach dem Vereinstraining am Stammtisch in der Dorfbeiz erlebt haben – sportliche Initiationsrituale. Zu den Klassikern gehören Grümpel- und Plauschturniere, bei denen die Anzahl getrunkener Biere die Anzahl geschossener Treffer in der Regel deutlich übersteigt. Irgendwie logisch – mit einem hohen Alkoholpegel einen Ball wunschgemäss zu treffen, ist schlicht ein Ding der Unmöglichkeit.

Wir alle wissen: Alkohol in rauen Mengen schadet dem Körper. Doch wie schädlich ist das Bierchen nach dem Training wirklich? Bier enthält Kohlenhydrate, was für die Regeneration schon mal nicht schlecht ist. Ebenfalls kann mit dem Bier das Flüssigkeitsdefizit ausgeglichen werden – obschon andere Getränke empfehlenswerter sind. Doch die Medaille hat immer zwei Seiten; der im Bier enthaltene Alkohol hemmt nämlich die Regeneration der Muskeln. Oder in anderen Worten – man säuft sich den Trainingseffekt gleich wieder weg.

Nur zu gut weiss ich aber, dass jede zusätzliche Stange die Stimmung hebt. Das ist gut für den Teamgeist, ein nicht zu unterschätzender Faktor im Mannschaftssport. Das heisst aber nicht, dass man sich gleich nach jedem Training vollaufen lassen muss. Ich für meinen Part trinke nach dem Training gerne auch mal ein alkoholfreies Bier. Das hat weiter den Vorteil, dass ich gut und gerne drei oder vier davon trinken kann, ohne am anderen Morgen mit einem Brummschädel aus den Federn zu steigen.

Patrick Pons, Ex-Leichtathlet und Unihockeyspieler

Quelle: onz.ch

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