Schützengarten tritt ins Licht

Quelle: schuetzengarten.ch

Weit herum sichtbar und doch zurückhaltend: Seit Samstagnacht ist die neue Lichtinstallation am Hochkamin der Brauerei Schützengarten in Betrieb. Die vom St.Galler Lichtgestalter Charles Keller entworfenen „Lichtschnüre“ wurden im Rahmen der St.Galler Museumsnacht erstmals in Betrieb genommen.

Der 1906 erbaute, 40 m hohe Kamin der Brauerei Schützengarten ist weithin sichtbar und eines der prägenden Merkmale der Silhouette am Osteingang zur Stadt St. Gallen. Er ist ein höchst aktiver Zeitzeuge, denn der Schützengarten-Kamin ist immer noch in Betrieb, im Innern allerdings durch den Einbau eines Rohres aus rostfreiem Stahl an die Anforderungen der modernen, energiesparenden Heiz-Technik angepasst.

Optisches Ausrufezeichen
Die Absicht, den Kamin als Wahrzeichen und „optisches Ausrufezeichen“ besser kenntlich zu machen, bestand schon länger. „Die Bemerkung einer Nachbarin, dass man den Kamin für eine Lichtinstallation verwenden könnte, brachte dann den Stein ins Rollen“, erklärt Christoph Kurer, Präsident des Schützengarten Verwaltungsrates. „Wir fanden die Idee gut und machten uns verschiedenste Überlegungen.“ Schliesslich wurde der bekannte St.Galler Lichtgestalter Charles Keller mit der Ausarbeitung von Vorschlägen beauftragt.

Zurückhaltung
„Erste Entwürfe sahen eine weit strahlende, markante Beleuchtung für die dunkle Jahreszeit vor“, meint Charles Keller, der seit vielen Jahren mit seiner Ch.Keller Design AG von St.Gallen aus in der Schweiz und im benachbarten Ausland Objekte ins „richtige Licht“ setzt. Bekannt wurde Keller unter anderem durch die neue Zürcher Weihnachtsbeleuchtung, die Illumination des Rheinfalls und die Beleuchtung des Bode Museums in Berlin. Für den Schützengarten-Kamin habe man dann eine etwas zurückhaltendere Lösung entwickelt. Das Resultat: Zwei parallele LED-Lichtschnüre, die sich in Manier der Futuristen spiralförmig um den konischen Kamin winden. Der Abstand zwischen den beiden Lichtschnüren wurde so gewählt, dass sie auch aus grösserer Entfernung noch als einzelne Linien zu erkennen sind. Die beiden Lichtschnüre leuchten in den Schützengarten-Farben gelb und rot.
Die technische Umsetzung der künstlerischen Idee erfolgte durch die Firma Litex AG, Appenzell. Sehr anspruchsvoll war die Montage der Lichtinstallation am Kamin. Sie wurde durch „höhengewohnte“ Spezialisten der Herisauer Gewerbekletterer GmbH durchgeführt.

Strom aus Solar-Anlage

Die gesamte elektrische Energie für ihren Betrieb bezieht die Brauerei Schützengarten aus ihrem eigenen Wasserkraftwerk an der Sitter. Für die Lichtinstallation ging Schützengarten nun noch einen Schritt weiter. Zur Versorgung mit dem nötigen Strom wurde eigens zu diesem Zweck eine autarke Photovoltaik-Anlage installiert.
Für die Inbetriebnahme der Lichtinstallation am Hochkamin der Brauerei Schützengarten wurde die St.Galler Museumsnacht 2014 als Rahmen gewählt. In Anwesenheit von zahlreichen Gästen, vor allem aus der direkten Nachbarschaft der Brauerei, konnte Christoph Kurer zusammen mit Charles Keller den Schalter zur erstmaligen Erleuchtung des Werks betätigen.