Die Generalversammlung der Burgdorfer Gasthausbrauerei AG konnte gestern Samstag mit ihrer 20. Ausgabe zwar ein kleines Jubiläum feiern. Aussergewöhnliches gab es aber im Zelt auf der Schützematte nur wenig zu vernehmen – zu konstant reihen sich die Erfolgsmeldungen aus dem Hause aneinander. Der Gesamtertrag 2017 verbesserte sich um 1% auf gut CHF 2‘768’000.-, woraus ein Jahresgewinn von CHF 477‘000.- resultierte. Ein kleines Geschenk gab es an der Jubiläums-GV für die anwesenden 1‘916 Aktionäre doch noch: aus drei ehemaligen Saisonbieren konnten sie eines, das Henri Schiffmann, zur Neuauflage wählen.

Quelle: burgdorferbier.ch 

Bei besten Wetterbedingungen und daher hochgeschlagenen Seitenwänden konnte Stefan Aebi als Präsident des Verwaltungsrates im Festzelt vor der Reithalle 1’916 einmal mehr bestens gelaunte Aktionäre willkommen heissen. Dabei verwies er gleich zu Beginn auf eine Besonderheit: Weil in Burgdorf seit dem 1. Januar 2018 ein neues Abfallreglement gilt, konnten die Aktionäre ihr Bier heuer nur dank einer Ausnahmebewilligung aus den gewohnten Einweg-Plastikbechern trinken (die überdies gesondert gesammelt und entsorgt wurden). Fürs nächste Jahr werden sich die Verantwortlichen des Burgdorfer Biers für das logistisch herausfordernde Erfordernis «Mehrwegbecher» etwas Neues einfallen lassen müssen.

Neue Projekte in Aussicht

Vom Geschäftsjahr 2017, in dem Braumeister Oliver Honsel und sein Team insgesamt neun verschiedene Biere in unterschiedlichen Gebinden angeboten haben, zeigte sich Aebi ausgesprochen erfreut: «Nach dem überaus starken Anstieg des Absatzes im Vorjahr sind wir sehr zufrieden, mit knapp 8’000 hl quasi gleich viel Bierabsatz verzeichnen zu können. Das vor 2½ Jahren lancierte „Burgdorfer Helles“ in der 0.33l-Flasche entwickelt sich mit über 400’000 nachgefragten Einwegflaschen weiterhin prächtig.» Der Gesamtertrag erreichte 2017 gut CHF 2‘768‘000.-, ein Plus von gut 1% gegenüber dem Vorjahr. Dank einer effizienten Arbeitsweise resultierte daraus ein Jahresgewinn von CHF 477‘000.-. Diesen will der Verwaltungsrat mehrheitlich den Gewinnreserven zuweisen, um Handlungsfreiheit für künftige Investitionen zu haben. Darunter können laut Aebi mittelfristig «Kapazitätsausbauten im Kornhaus mit einer weiteren Unterkellerung» und eher langfristig eine «Erweiterung in Richtung Bier-Kultur und Bier-Emotionen, die in einem „Burgdorfer Haus des Bieres“ enden könnten» fallen.

Nach wie vor keine Preiserhöhung

Bemerkenswertes hatte auch Geschäftsführer Thomas Gerber bei der Präsentation der Jahreszahlen zu berichten. Das Jahr 2017 ist demnach im Zeichen der Konsolidierung gestanden. Ein etwas höherer Flaschenanteil hatte nach seinen Ausführungen auch einen positiven Einfluss auf den Erlös pro Liter Bier: «Dieser ist von CHF 3,28 auf CHF 3,34 gestiegen, obwohl wir auch 2017 keine Preiserhöhungen vorgenommen haben! Beim Aufwand pro Liter Bier konnten wir weitere Verbesserungen in den Bereichen Material und Administration verzeichnen.» Das neue Jahr ist gut angelaufen, die Monate Januar bis April 2018 waren gegenüber dem Vorjahr um gut 3% höher. Der Entscheid von Coop, das Burgdorfer Bier in nunmehr 100 Filialen in der Region anzubieten, und die vor den Türen stehende Fussball-WM setzen überdies weitere gute Zeichen für ein gutes Bierjahr 2018.

Das Henri Schiffmann erfährt eine Neuauflage

Nachdem die Aktionäre die üblichen Traktanden mit der üblichen grossmehrheitlichen Einstimmigkeit durchgewinkt hatten, hielt ihnen Aebi doch noch eine Überraschung zum Jubiläum bereit: Aus den 17 in den vergangenen 19 Jahren gebrauten Saisonbieren in Flaschen stellte er ihnen drei zur Wahl, um sie im Jubiläumsjahr erneut für eine beschränkte Zeit aufzulegen. Diese Wahl erfolgte per Applaus der Anwesenden, was nicht nur für einen erheblichen Lärmpegel sorgte, sondern in der Wahrnehmung der Aktionäre auch zu einem knappen Resultat führte. Verwaltungsrat Gerber konnte aber dank eines Messgerätes mit wissenschaftlicher Klarheit bekanntgeben, dass das Henri Schiffmann Bier den grössten Applaus erhielt und daher im Sommer in den Handel und die Gaststätten gelangen wird. Nach dem offiziellen Teil der GV wurde es im Festzelt nur unbedeutend ruhiger, weil deren zweiter Teil den Aktionären bekanntermassen dafür dient, die hergestellten Biere zu verkosten, zu rühmen und die Geselligkeit zu geniessen.