Besucher von unabhängigen Schweizer Brauereien werden künftig als „Brauzeugen“ miterleben –  und schriftlich bestätigen können – wie nachhaltig ihre beliebten Bierspezialitäten gebraut werden.

Quelle: bierig.ch

Austauschbare Erzeugnisse prägen die tägliche Angebotspalette immer stärker. Als direkte Folge steigen die Konsumentenwünsche nach authentischen, ehrlichen, regionalen Produkten. Diesem Trend folgen nun die Mitglieder der Interessengemeinschaft unabhängiger Schweizer Brauereien (IG Bier). Ihren traditionellen Branchenevent – dieses Jahr in Rebstein (SG) – stand ganz im Zeichen direkter Kontakte zwischen Produzenten und Verbraucher. Nach dem Motto „Brauzeugen gesucht…!“ wollen die IG Brauereien demonstrieren, dass sie nichts zu verbergen haben und in ihrem Betrieben auf Transparenz setzen.

Verbraucheranliegen erfüllen

„In Zeiten der Internationalisierung möchten die Konsumenten wissen, woher ihre bevorzugten Produkte stammen. Ob und wie natürlich sie hergestellt werden und was für Mehrwerte sie generieren“, erklärte der Einsiedler Bierbrauer, IG Bier-Präsident und Nationalrat Alois Gmür an der Startveranstaltung im Rheintal. Die Anliegen der Verbraucher werden durch die IG-Brauer nun mit der Aktion „Brauzeugen gesucht…!“ dokumentarisch-unterhaltend berücksichtigt. Als Nischen­players im nationalen Biermarkt sind die IG Brauer dazu besonders geeignet, erlebnisorientiert zu agieren.

Regionale Biere mit Charakter

Es ist überzeugtes Engagement, sind überlieferte Werte wie auch originelle neue Ideen, mit denen die 33 Schweizer IG Meister-Brauer die reichhaltige Schweizer Biervielfalt schaffen und pflegen. Sie verstehen es, nuancenreiche Biere mit einzigartigem, regional geprägtem Charakter zu brauen. Es sind alles starke Eigenmarken, die sich in Qualität und Geschmack aus der Fülle auswechselbarer Produkte genussvoll abheben. Dass das so stimmt, das werden die Besucher der Brauereianlagen dann als „Brauzeugen“ bezeugen – und im goldenen Brauzeugen-Buch auch unterschreiben. 

Brauer und Bauer passen gut zusammen

Dem pflichtete auch der als Gast anwesende Präsident des Schweizer Bauernverbandes, Nationalrat Markus Ritter bei. Die Schweizer Bauern und Brauer verfolgen ähnliche Ziele. Sie produzieren hochwertige Schweizer Produkte und sind immer wieder gefordert, innovative, neue Produkte auf den Markt zu bringen. Sowohl Brauer wie Bauern sind durch starke Konkurrenz aus dem Ausland gefordert. Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Berufsgruppen. Darum freut sich Markus Ritter über die Tatsache, dass seine Berufskollegen Nahrungsmittel produzieren, die Schweizer Brauereien sie zu Genussmitteln veredeln. „Und dennoch gibt es einen wesentlichen Unterschied“ fügte  Nationalrat Alois Gmür an: „Während in der Schweiz immer mehr Bauernbetriebe verschwinden, entstehen immer mehr kleine, regionale Bierbrauereien. 

Edle Qualitätsauszeichnung

Verschiedene IG Brauer wurden im Rahmen der Branchenveranstaltung für die vortreffliche Güte ihrer hochstehenden Biere mit dem Qualitätssiegel des Brau-Ring ausgezeichnet. „Eine wertvolle Bestätigung, dass unsere Schweizer Bierspezialitäten die höchsten Ansprüche erfüllen“, stellt IG-Präsident Alois Gmür fest. Am Freitag, 3. August haben einige  IG-Brauereien mit einer Stunde Freibier ihre Aktion „Brauzeugen gesucht…!“ überschäumend gestartet. Prost.

Beteiligte Brauereien

Brauerei Adler, Schwanden GL
Brauerei Baar, ZG
Brauerei Falken Schaffhausen
Brauerei Fischerstube, Basel
Brauerei Müller, Baden AG
Brauerei Locher, Appenzell
Brauerei Rosengarten, Einsiedeln SZ
Doppelleu Brauwerkstatt, Winterthur ZH
Brauerei Uster Braukultur , Uster
Liechtensteiner Brauhaus, FL Schaan
Sonnenbräu, Rebstein St.Gallen

IG unabhängiger Schweizer Brauereien

Zweck der IG ist der Erhalt der Unabhängigkeit und Selbständigkeit der einzelnen Mitglieder sowie die Förderung der regionalen Biervielfalt.

Die Öffentlichkeit soll über die Bedeutung der Klein- und Mittelbrauereien als Wirtschaftsfaktor (Arbeitsplätze, Steuerzahler etc.) informiert werden. Direkt verbunden sind über 550 Arbeitsplätze mit einer Lohnsumme von 36 Millionen Franken. Durchschnittlich werden Investitionen von 10 – 15 Millionen Franken pro Jahr ausgelöst.

Die regionalen Politiker und Politikerinnen sowie die Konsumenten und Konsumentinnen sollen Bier als Kulturträger und Bestandteil der regionalen Identität erfahren.

Die IG ist als Verein konstituiert. Gründung war am 10. April 1990 in Appenzell.