30 Liter Bier auf 1300 Metern

Weil er mit einem Vereinskollegen eine Wette abgeschlossen hat, radelte der Lütisburger Manuel Schweizer auf die Schwägalp – mit drei Kisten Bier. Diese wurden ihm für sein sportliches Vorhaben von Schützengarten gesponsert.

«Ein Schützengarten ist überall» – spätestens seit der Fernsehwerbung weiss der Zuschauer, dass er sein Bier an speziellen Orten finden kann. Zum Beispiel am 1. August auf der Schwägalp. Wie sein Lieblingsgetränk dorthin gelangt, schien Manuel Schweizer ebenso interessant wie es dort oben zu trinken. Also sattelte der Lütisburger sein Fahrrad, befestigte einen Anhänger daran und belud diesen mit drei Bierharassen.

Eine Grillparty am Zielort

Seine Idee gefiel dann auch dem Ostschweizer Bierhersteller, so dass dieser seine Tour auf den 1300 Meter hohen Pass sponserte – beziehungsweise ihm ein Trikot und die drei Harassen samt Inhalt zur Verfügung stellte. Einzige Verpflichtungen des Toggenburgers: «Mein Wort und meine sportliche Leistung», erzählt Schweizer. Auf dem Pass wurde der 24-Jährige dann von Familie, Freunden und Kollegen aus dem Turnverein Lütisburg erwartet, sofern sie seinen Aufstieg von St. Galler Seite her nicht begleitet hatten. Und weil man die schweren Harasse nicht wieder hinab transportieren wollte, gab es auf der Passhöhe ein Grillfest mit Musik, Wurst und 60 Flaschen Bier. So einfach liesse sich die eigene Party aber nicht von Schützengarten sponsern: «Dafür muss man schon zuerst die Schwägalp hochfahren», sagt Manuel Schweizer. Dass er dies auch wirklich getan hat, beweist er der Brauerei anhand von Fotos und einem Online-Video, das seine Fahrt dokumentiert.

Gestartet ist Manuel Schweizer am Morgen von seinem Wohnort Grünhügel aus. «Da war ich noch froh um den Nebel», erzählt er, «für solche Aktionen bevorzuge ich kühle Temperaturen». Er hätte die Velotour auch bei Regen unternommen, nur wäre dann das Fest auf der Passhöhe ins Wasser gefallen. Dort angekommen ist er rund dreieinhalb Stunden später, nach einem «schönen, aber langsamen Aufstieg». Dann fügt der Lütisburger augenzwinkernd an: «Aber es ging sowieso nicht um die Zeit, sondern um das Ziel.»

Nächste Aktion soll folgen

Dieses Ziel basiert auf einer Wette: Einfach mal so mit 60 Flaschen Bier im Gepäck einen der steilsten Alpenpässe (12 Prozent Steigung) der Schweiz zu befahren sei aus reinem Jux mit einem Vereinskollegen entstanden, erzählt Schweizer. Und wenn er schon über sportliches Talent verfüge, müsse er es ja irgendwie nutzen. «Wir leben sonst schon genug in der Routine», findet der 24-Jährige. Den Pass hat er nicht zum ersten Mal befahren: Weil er ab und für Triathlon trainiere, weiss er, wie sich die Strasse mit dem Rennvelo fährt. «Es lässt sich allerdings nicht vergleichen», meint er rückblickend, «denn mit all den Flaschen im Schlepptau kann man nicht gleich Druck geben.» Es hätten seiner Meinung nach sogar noch mehr Flaschen sein können: «Wenn ich den Anhänger verstärke, geht es auch mit vier Kisten.» Eine Aktion dieser Art will Manuel Schweizer auf jeden Fall wiederholen. «Wir haben schon wieder einige verrückte Ideen in petto», verrät er. Er hofft, diese würden wieder von der Brauerei unterstützt: «Einerseits aus Goodwill und andererseits, weil wir im TV Lütisburg fast ausschliesslich Schützengarten trinken.»

Quelle: tagblatt.ch

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