Bier aus der ehemaligen Käserei

Seit drei Jahren brauen Thomas Grob und Bruno Götz ihr eigenes Bier. Bei der ehemaligen Käserei in Bühl findet am Samstag nun das 3. Brauereifest statt.

Mittlerweile sind sie eine kleine Institution: Am Samstag führt die Brauerei G+G bereits zum dritten Mal ein Brauereifest durch. Das erste fand im Juli 2010 statt, kurz nachdem die beiden Hobbybrauer Thomas Grob und Bruno Götz in die ehemalige Käserei in Bühl eingezogen sind. Dieses Fest gab dem Bier auch gleich seinen Namen: 710. «Damals wollten wir uns unseren Nachbarn offiziell vorstellen und organisierten einen Tag der offenen Tür», erklärt Thomas Grob. Drei Jahre später sei das Bierfest nun als gemütliches ­Zusammensein gedacht.

120-Liter-Sud beim ersten Mal

Bei Grob liegt das Bierbrauen in der Familie: Sein Grossvater war über 25 Jahre lang bei der Brauerei Haldengut in Winterthur tätig, und auch sein Vater sowie sein Patenonkel arbeiteten dort. «Wenn wir bei meinem Grossvater zu Besuch waren, hatte ich jeweils den Geschmack von Hopfen und Malz in der Nase», erinnert er sich. Schon immer habe ihn interessiert, wie man ein Bier braut. «Und irgendwann wollte ich es einfach genauer wissen.» Nach einem eintägigen Brauseminar beim Brauverein Pfaffberg legte er selbst Hand an – das war vor acht ­Jahren. «Ich habe gleich einen 120-Liter-Sud gemacht. Meine Freunde haben sich schon gefragt: spinnt er?», sagt der Steger schmunzelnd.

Aus Käserei wird Brauerei

Weil das Bier jedoch ein voller Erfolg war, braute er fortan in einer alten Militärküche in Steg sein eigenes Bier. Vor drei Jahren spannte er mit seinem Kollegen Bruno Götz zusammen und gründete die Brauerei G?+?G. Die Hobbybrauer suchten sich ein eigenes Lokal. Weil zu dieser Zeit gerade die Käserei Brunner in Bühl leer stand, nutzten sie diese Chance. «Käse und Bier herstellen ist vom Ablauf her gar nicht so unterschiedlich», sagt Grob. Viel Zeit und Geld haben sie in die ehemalige Käserei ­investiert. Nun sind sie sehr ­zufrieden mit dem Standort.

Ihr Sortiment haben sie laufend ausgebaut. Anfangs brauten sie nur helles und dunkles Lagerbier. Dann kamen Alberts Ur-Märzen, Ur-Dinkel- und Bayrisches Weizenbier dazu. Einmal pro Monat setzen die beiden einen Sud à 120 Liter an. Daran hat sich in den letzten Jahren nichts geändert. «Wir wollen nicht grösser werden, denn es soll bei einem Hobby bleiben. Wir haben schliesslich auch noch anderes zu tun und sind keine Alkoholiker», sagt Grob und lacht. Hauptsächlich brauen sie denn auch für den Eigen­gebrauch sowie für Freunde und Bekannte. Hin und wieder liefern sie auch eine Offenausschankanlage für ein privates Fest oder eine Hochzeit. Zudem hat die Brauerei jeweils am letzten Montag im Monat geöffnet.

Einen Monat lang warten

Ein einziger Sud bringt einen Haufen Arbeit mit sich; sie betreiben das Brauen als altes Handwerk, ohne Maschinen «nach alter Väter Sitte», wie er sagt. Während neun Stunden muss man die Mischung aus Wasser, Hefe, Malz und Hopfen umrühren. Danach kontrollieren sie 14 Tag lang, ob die Gärung richtig verläuft. Anschliessend wird das Bier ab­gefüllt und etikettiert. «Das ­Bierbrauen zieht einen ganzen Rattenschwanz an Aufgaben nach sich», sagt der gelernte Koch. Erst nach einem Monat könne man das Resultat testen. «Das macht das Brauen so reizvoll.»

Quelle: regio.ch