Braujahr 2010/11: Schweizer Biermarkt mit leichtem Wachstum

Im Braujahr 2010/11 wuchs der gesamte Biermarkt Schweiz um 0,7 Prozent auf 4’592’395 Hektoliter (hl) Bier an. Während sich der Inlandausstoss der Schweizer Brauereien um 1,1 Prozent leicht reduzierte, legten die Bierimporte um 7,1 Prozent zu. Der Marktanteil der Bierimporte beträgt nun 22,9 Prozent. Mehr als die Hälfte der Importe stammen aus Deutschland.

Der gesamte Biermarkt Schweiz verzeichnete im Braujahr 2010/11 (1. Oktober 2010 bis 30. September 2011) einen Zuwachs von 30’978 hl Bier auf 4’592’395 hl (459’239’500 Liter). Diese Zunahme von 0,7 Prozent ist geprägt durch einen erneuten Anstieg der Bierimporte von 7,1 Prozent (Vorjahr: ebenfalls 7,1 Prozent). Der Bierimportanteil am gesamten Biermarkt Schweiz beträgt nun 22,9 Prozent (Vorjahr: 21,5 Prozent) oder 1’051’432 hl. Davon stammen 51,2 Prozent (Vorjahr: 48 Prozent) aus Deutschland, gefolgt von Frankreich 16,6 Prozent (Vorjahr: 17,3 Prozent) und Portugal 11,3 Prozent (Vorjahr: 12,3 Prozent). Der Inlandausstoss der Schweizer Brauereien verminderte sich um 1,1 Prozent auf 3’540’963 hl, was einem Marktanteil von 77,1 Prozent (Vorjahr: 78,5 Prozent) entspricht.

Anhaltende Konsumbewegung hin zum Detailhandel

Tatsache ist, dass die bereits in den letzten Jahren konstatierte Verlagerung von der Gastronomie in den Detailhandel weiter anhält. Ein klares Indiz dafür ist der hohe Anteil von Dosen und Einwegflaschen, welche die Gebinde der Importbiere dominieren. Von den gesamten Bierimporten im Braujahr 2010/11 wurden 54 Prozent (Vorjahr: 53,1 Prozent) in Dosen und 29,2 Prozent (Vorjahr: 28,8 Prozent) in Einwegflaschen getätigt.

Verschiedene Ursachen

„Die stete Zunahme der Bierimporte stellt unsere schweizerische Braubranche vor Herausforderungen“, betont der Präsident des Schweizer Brauei-Verbandes (SBV), Nationalrat Dr. Markus Zemp. Er sieht denn auch  verschiedene Ursachen für diese Entwicklung: „Sicherlich haben die Verschlechterung der Wirtschaftslage und die Begünstigung der Importpreise durch den schwachen Euro einen Einfluss auf das Einkaufsverhalten des Bierkonsumenten. Erschwerend hat sich auch das Rauchverbot, welches seit dem 1. Mai 2010 in Kraft ist, ausgewirkt.“

Und auch in Zukunft wird es für die Schweizer Bierbrauer nicht einfacher: Bundesbern wartet mit verschiedenen Gesetzesvorhaben – wie der Revision des Alkoholgesetzes – und entsprechenden Eingriffen in die Markt- und Wirtschaftsfreiheit der Brauer auf.

Schweizer Bier-Sommelier und „Tag des Schweizer Bieres“

Trotz und gerade wegen dieser Entwicklungen gehen der Schweizer Brauerei-Verband und seine Mitglieder in die Offensive:

  • Seit dem 25. Oktober 2011 läuft der erste Ausbildungskurs zum Schweizer Bier-Sommelier. Dieses Seminar wird zusammen mit GastroSuisse, dem Verband für Hotellerie und Restauration in der Schweiz, angeboten und hat zum Ziel, die Bierkompetenz in der Schweiz und der Gastronomie zu erhöhen. Der erste Kurs war sofort ausgebucht, für die beiden Kurse 2012 verbleiben noch wenige Plätze.
  • Als Höhepunkt für 2012 ist die Ausrufung des „Tages des Schweizer Bieres“ geplant. Dieser findet am 19. April 2012 statt, just an diesem Datum feiert auch der Schweizer Brauerei-Verband sein 135-jähriges Jubiläum. Der „Tag des Schweizer Bieres“ soll Bier im Zusammenhang mit „Bierkultur und Brauereitradition“ erlebbar machen. Zugleich soll er auch den Start in die Biersaison versinnbildlichen. Am Abend des 19. Aprils 2012 wird auch der Bierorden „ad gloriam cerevisiae“ einer bekannten Persönlichkeit verliehen. Wer wird es wohl sein? Man darf gespannt sein.

Quelle: bier.ch

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