Cafetiers verlangen mehr – Bierbrauer erhöhen bis zu 5 Prozent

Schlechte Kunde für Kaffeegeniesser: Eine Tasse Kaffee kostet ab Neujahr deutlich mehr. Der Grund: In den letzten zwölf Monaten ist der Importpreis für Rohkaffee um fast 40 Prozent gestiegen. «Die Cafetiers müssen diese Erhöhung garantiert weitergeben», sagt Johanna Bartholdi vom Schweizerischen Cafetier-Verband.

Heute kostet ein Café Crème in der Deutschschweiz durchschnittlich Fr. 3.89. «Rein betriebswirtschaftlich müsste der Anstieg stärker sein als jeweils in den letzten drei Jahren», sagt Bartholdi. So gerechnet würde der Preisaufschlag bei mindestens 4 Prozent liegen – oder umgerechnet bei mehr als 15 Rappen pro Café Crème oder Espresso. Wie hoch der Preisaufschlag im nächsten Jahr sein sollte, um die gestiegenen Kosten zu decken, will der Cafetier-Verband im Dezember bekannt geben.

Teurer wird auch der Gerstensaft. So erhöhen die mittelgrossen Brauereien Müller, Baden, und Felsenau, Bern, zum Jahreswechsel ihre Preise generell um 3 bis 5 Prozent. Das gilt sowohl für den Detailhandel wie die Wirtshäuser.

Die Interlakner Brauerei Rugenbräu entscheidet nach der Wintersaison, ob sie die Preise anhebt. Die beiden grössten Schweizer Bierhersteller Feldschlösschen (Cardinal, Gurten, Hürlimann, Warteck, Carlsberg) und Heineken (Eichhof, Calanda, Ittinger, Haldengut) hatten bereits per Anfang Oktober beziehungsweise im Juli ihre Preise um 2 bis 10 Prozent angehoben («Der Sonntag» berichtete).

Müllerbräu-Geschäftsführer Felix Meier begründet die Erhöhungen mit höheren Lohn- und Logistikkosten. Felsenau-Chef Stefan Simon argumentiert, dass Felsenau als kleinere Brauerei höhere Produktionskosten als die Grossbrauer habe und deshalb deren Preise nicht unterbieten wolle. Ob Coop die Preiserhöhung akzeptieren werde, sei aber nicht klar. Die Gespräche erfolgten erst.

In Schaffhausen verzichtet die Brauerei Falken hingegen auf höhere Preise. Die Kosten seien zwar gestiegen, doch sei es schwierig, diese am Markt durchzusetzen, sagt der Einkaufschef Walter Sutter.

Quelle: sonntag

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