Das beste Lagerbier kommt aus St. Gallen

Eine Jury mit einem Herz für Bier prüfte in einem Blindtest zehn kühle Blonde auf Aussehen, Nase, Antrunk und Nachtrunk. Hier das süffige Ergebnis.

Die Biervielfalt in der Schweiz ist gross: 439 steuerpflichtige Brauereien zählt das Land. Meist halten Biertrinker einer regional verankerten Lieblingsbrauerei die Stange. Doch gerade weil die Wahl des Gerstensafts oft emotional und nicht rational getroffen wird, fragt sich: Welches Gebräu schmeckt am besten, wenn man nicht weiss, woher es kommt?

Im Blindtest von 20 Minuten Online ging es ausschliesslich um Schweizer Biere und – wo vorhanden – ums helle Lager. Die vierköpfige Jury beschränkte sich dabei auf grössere Brauereien, deren Produkte landauf, landab in den Läden zu kaufen sind beziehungsweise beim Wirt ausgeschenkt werden. Zehnmal hat eine vierköpfige Jury tief und vor allem ganz genau ins Glas geschaut und so einen klaren Favoriten unter der Schaumkrone ausfindig gemacht.

Gewinner nach Punkten: Schützengarten

Es war ein besonders heisser Tag im August, als die Jury sich in der Zürcher Central Bar zum Test an den Tresen setzte. Ein diplomierter Biersommelier, ein Braumeister, ein Bierverkäufer und ein Schauspieler, der schon für einen Brauer vor der Kamera stand, machten sich über die kühlen Blonden her. Der Favorit der Experten: das Schützengarten Lagerbier. Mit 55 von maximal 80 Punkten schmeckte das St. Galler Bier der Jury eindeutig am besten. «Sehr angenehm zu trinken», «viel Kohlensäure» oder «ausgewogen» stand auf den Bewertungsformularen, worauf verschiedene Kriterien bewertet wurden. «Super und überraschend», lautete das Fazit von Schauspieler Christian Samuel Weber nach der Degustation des Schützengartens, auch wenn er sich in einem aktuellen Kinowerbespot über ein anderes Bier hermacht.

Christoph Kurer, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei der Schützengarten Brauerei AG, freut sich über das gute Ergebnis. «Wir sind zwar überzeugt, dass wir ein gutes Bier brauen, aber bei sensorischen Tests weiss man nie genau, was rauskommt.» Die Rezeptur des getesteten Lagers ist seit etwa einer Dekade unverändert. Um sicherzugehen, dass die Brauerei den Qualitätsansprüchen gerecht wird, lässt sie ihr Bier regelmässig vom DLG-Testzentrum in Deutschland testen und mit anderen Sorten vergleichen. «Und auch bei diesem Wettbewerb hat das Lager schon sicher zehnmal die Goldmedallie gewonnen!», so Kurer.

Die Jury ist ebenfalls zufrieden. «Mir passt das Bier ganz gut, zudem ist es eine Privatbrauerei, das unterstütze ich natürlich auch», so Bierverkäufer Albert Rungg, der somit wieder beweist, dass Bier auch nach emotionalen Kriterien gekauft wird. Als Filialleiter im Drinks of the World in Zürich weiss er, dass das «Schüga» sehr gut über den Ladentisch geht. Das St. Galler Bier aus der ältesten Brauerei der Schweiz hat offensichtlich auf ganzer Linie überzeugt. Überrascht zeigt sich die Jury eher bei den hinteren Plätzen. So auch Biersommelier Flükiger: «Es erstaunt mich, dass einige Biersorten, die auf der Beliebtheitskala eigentlich weit oben sind, bei uns weit hinten gelandet sind.»

Die Top 5

Nicht mal zwei Punkte hinter dem Siegerbier reiht sich das Calanda aus dem Hause Heineken ein, das jedoch auch nach der Fusion nach altem Rezept in Chur gebraut wird. Auf dem dritten Platz dann ein weiterer Platzhirsch auf dem Schweizer Biermarkt: 50,25 Punkte erhielt das Feldschlösschen Original.

Die Jury

Anton Flükiger, dipl. Biersommelier, «Erzbierschof» | Albert Rungg, Filialleiter Drinks of the World | Andreas Aemmer, Braumeister, Hirnibräu | Christian Samuel Weber, Schauspieler im Feldschlösschen-Werbespot

Der Test

Zehn vergleichbare Schweizer Biere von grösseren Brauereien, die in vielen Verkaufsstellen erhältlich sind, wurden im August 2011 in der Central Bar, Ankerstrasse 65 in Zürich, getestet.

Quelle: 20min.ch

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