Der goldige Saft fliesst wieder – die Solothurner Biertage sind eröffnet

Ausprobieren, degustieren und fachsimpeln ist jetzt das Motto in der Reithalle. Am Donnerstag hat der Oltner Schriftsteller Alex Capus die elften Solothurner Biertage eröffnet, die mit so vielen Brauereien aufwarten können wie noch nie.

So gross waren die Solothurner Biertage noch nie. 28 Kleinbrauer sind in der Reithalle versammelt. Und darunter gibt es einige Kleinbrauer, deren Unternehmen mit den Biertagen gewachsen sind.

In der einen Ecke der Halle ist der Stand des Buechibärger Bieres. Im Februar 2009 haben zwei Kollegen hobbymässig mit dem Brauen begonnen. Vor zwei Monaten hat die Brauerei die Kinderschuhe endgültig hinter sich gelassen. Die Brauer haben grössere Räume bezogen und haben einen Bierbrauer angestellt. «Wir haben viel mehr Kapazität», sagt der Buechibärger Dolf Kipfer. Obwohl die Marke erst fünf jährig ist, waren die Männer zum vierten Mal an den Biertagen.
In den USA zum Profi geworden
Ein weiterer Mann, der den Gerstensaft zum Beruf machte, findet sich in der anderen Ecke der Halle. Zum neunten Mal ist Raphaël Mettler mit seiner Brasserie Trois Dames aus Sainte-Croix in Solothurn. Hatte er anfangs einen kleinen Stand, so sind nun unzählige unterschiedliche Fläschchen hinter dem Bierbrauer aufgereiht. Er produziert den Gerstensaft mit Himbeer-, Apfel oder Minzegeschmack.

Nur zwei Mal fehlte Mettler in den letzten elf Jahren, nämlich als er in Kanada war. Dort genoss der damalige Hobbybrauer eine Auszeit, um sich auf speziellen Bieren weiterzubilden. In Montreal gewann er dabei einen Brauerwettbewerb und amerikanische Getränkehändler wurden auf ihn aufmerksam. So sei er in die Schweiz zurückgekommen, sagt Mettler und habe sein Sportgeschäft verkauft. Noch immer exportiere er seine Biere in die USA, sagt Mettler. Im Glas in seiner Hand ist Bier der benachbarten Bier Factory aus Rapperswil Jona. Wie er denn das Bier der Konkurrenz finde, wird er gefragt. «Es gibt hier keine Konkurrenz, nur Kollegen», antwortet Mettler.

Schweiz bildet jährlich zehn Brauer aus

Ebenfalls aus der Westschweiz stammt das Bière du Vully aus Sugiez. Die Brauerei hat nur dunkle Biere, während beim Berner Tramdepot nebenan das Abschlussbier des Lehrlings die Spezialität ist. Drei Lehrlinge hat der Betrieb schon ausgebildet, sagt Brauer Matthias Koschahre.
«Jährlich werden an der Hochschule in Wädenswil zehn Bierbrauer ausgebildet», erklärt Öufi-Brauer und Biertage-Organisator Alex Künzle. Wie vielfältig ihr Beruf ist, zeigt sich beim Rundgang: Von Whiskey- bis zum Marronibier gibt es eine grosse Auswahl.

Eröffnungsrede führte in den Wilden Westen

Mit einer etwas traurigeren Geschichte begann der Oltner Schriftstellers Alex Capus, der die Biertage eröffnete. Er nahm die Zuhörer 200 Jahre mit in die Vergangenheit. Zehnmal weniger Einwohner als heute, aber dafür zehn Bierbrauereien hatte Olten damals. Heute gibt es in Olten keine einzige Bierbrauerei mehr. Und um Bier drehte sich natürlich auch Capus` Eröffnungsrede, und da wurde es wieder fröhlicher. Er führte die Zuhörer in den Wilden Westen, wo er selbst bei Recherchen auf einen Bierbrauer namens Munzinger stiess, der um 1870 im Death Valley wirkte.

Zu gerne hätte Capus bewiesen, dass der Auswanderer ein Oltner gewesen war, doch der Schriftsteller landete mit seinen Recherchen zuerst Mal in Bayern. Es war eine unterhaltsame Geschichte, die Capus erzählte. Rund 5000 Besucher werden bis am Samstagabend erwartet. Bei Bier und Brezel dürften sich da noch einige unterhaltsame Geschichten abspielen.

Quelle: grenchnertagblatt.ch

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