Gut gebraut – Gut gegessen

Im Schützenhaus kommen Bierliebhaber und Goethe-Fans zum Zug.

«Burgdorf kommt herauf, gewiss dort findet ihr die schönsten Mädchen und das beste Bier.» Davon war schon Johann Wolfgang von Goethe überzeugt. Die Textpassage stammt aus «Faust». Ob es sich bei «Burgdorf» um das Städtchen am Tor zum Emmental oder um «Burgdorf» in Niedersachsen handelt, ist unklar. Fakt ist: Goethe reiste durch die Region Bern. Und er hätte – würde er noch leben – Freude an den mit viel Liebe gebrauten Gerstensäften aus dem Hause Burgdorfer Bier.

Die Brauer präsentieren jeden Herbst eine Saison-Spezialität.

In diesem Jahr wird mit der Braukunst «Franz Schnyder» geehrt. Der Burgdorfer Film-Regisseur («Gilberte de Courgenay» oder «Die sechs Kummerbuben») wäre heuer 100 Jahre alt geworden.

Das Bier wird mit vier verschiedenen Malzen, darunter ein seltener Abbey-Malz, und diversen Hopfensorten gebraut. Braumeister Joachim Kilian ist überzeugt, dass ein Bier vor hundert Jahren ungefähr so geschmeckt haben könnte. Unser Verdikt: Hervorragend!

Bier auf leeren Magen ist aber nur bedingt bekömmlich. Zum Glück befindet sich im selben denkmalgeschützten Komplex wie die Brauerei auch das Restaurant Schützenhaus. Schon die Auswahl an Herbstsalaten stellt uns aber vor Probleme. Wofür sich bloss entscheiden? Der Herbstsalat an Preiselbeer-Vinaigrette und der lauwarme Pilzsalat, serviert im Brüsseler Stern, machen schliesslich das Rennen.

Auch beim Hauptgang stehen wir vor der Qual der Wahl. Wir entscheiden uns erst für das Bierbrauerbrett mit rohem Speck, Dauerwurst, Salsiz, Hobelkäse und Tête de Moine. Qualitativ und quantitativ macht das Brauerbrett seinem Namen alle Ehre – wir sind eigentlich schon satt.

Trotzdem packen wir noch eine Schützenhauspfanne obendrauf. Schweinsfiletmedaillons an einer Calvadossauce, Nudeln und Gemüse. Das deftige Gericht aus der Gusspfanne wärmt Magen und Herz.

Auf den Nachtisch müssen wir aus Platzmangel leider verzichten. Doch ein weiterer Ausfl ug ins schöne Burgdorf ist geplant, die Dessertkarte allein ist es wert. Und ob, wie eingangs von Goethe versprochen, die schönsten Mädchen wirklich aus Burgdorf kommen, wissen wir auch noch nicht. Schützenhaus-Kellnerin Johanna ist jedenfalls ein Hinweis, dass es stimmen könnte.

Quelle: Blick am Abend

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