Ist das Bier-Jahr 2013 noch zu retten?

Weil die Sonne rar ist, zeichnet sich ein Horrorjahr für die Schweizer Brauereien ab. Bei Discountern fallen schon die Preise.

Schlimm genug, dass der Schweizer Bierkonsum seit Jahren stagniert. Jetzt macht den Brauereien auch noch das Wetter einen dicken Strich durch die Rechnung. Schon jetzt zeichnet sich ein Horrorjahr für die Branche ab.

«Hat man bis Juni nicht viel abgesetzt, holt man das bis Ende Jahr erfahrungsgemäss nicht mehr auf», sagt Marcel Kreber, Direktor des Schweizer Brauerei-Verbandes. Konkret rechnet er im ersten Halbjahr mit einem Absatz-Minus von zwei bis drei Prozent.

Pro Kopf dürften 2013 aller Voraussicht nach kaum mehr als 57 Liter konsumiert werden. Das wäre der schlechteste Wert seit 2006! Laut Kreber ist der Frühling entscheidend für den Bierabsatz. Fallen April, Mai und Juni ins Wasser, müssten August und September richtig heiss werden, um das Jahr noch retten zu können.

Rabatte von 30 bis 40 Prozent
Erschwerend kommt hinzu, dass es dieses Jahr weder eine Fussball-WM noch eine -EM gibt. «Die Statistik zeigt, dass es in solchen Jahren noch Ausschläge nach oben gibt», erklärt Kreber.

Den rückläufigen Bierkonsum spüren jetzt offenbar auch die Discounter. Denner bietet das 24er-Pack Feldschlösschen ab heute 30 Prozent günstiger an. Spar senkt den Preis fürs gleiche Bier sogar um 40 Prozent.

Denner verneint einen Zusammenhang mit dem Wetter. «Unsere Aktivitäten werden früher geplant», sagt Sprecherin Grazia Grassi. Ebensowenig gebe es eine Überkapazität in den Läden.

Noch düsterer in Deutschland
Für Marcel Kreber ist allerdings klar: «Die Lager dürften voll sein. Schliesslich produzieren die Brauereien stets auch in der Hoffnung auf schönes Wetter.» Feldschlösschen-Sprecherin Bettina Sutter sagt nur soviel: «Grundsätzlich hat das Wetter einen grossen Einfluss auf den Bierkonsum.»

Nicht besser steht es um die grosse Biertrinkernation Deutschland. Dort erwartet der Brauer-Bund gar den stärksten Absatzeinbruch seit zehn Jahren. Zusätzlich hat sich in den letzten Monaten der Preiskampf im Detailhandel nochmals zugespitzt. Die Mehrheit des Angebots wird inzwischen über Rabattverkäufe abgesetzt.

Quelle: blick.ch