Kleiner Aplitter – grosser Ärger

Die Brauerei Schützengarten ruft 300 000 kleine Flaschen Lagerbier zurück – beim Öffnen könnte ein winziges Stück Glas absplittern. Grund ist ein Produktionsfehler beim Hersteller der Flaschen. Auch andere Marken sind betroffen.

«Wir sind aus allen Wolken gefallen», sagt Christoph Kurer, CEO und Verwaltungsratspräsident der Brauerei Schützengarten. «So etwas ist uns noch nie passiert.» Vergangenen Donnerstag erhielt die Brauerei einen Brief von ihrem Flaschenlieferanten Vetropack AG: Eine Charge von kleinen grünen Flaschen des Herstellers könne fehlerhafte Flaschen enthalten. Auch die Brauerei Schützengarten wurde mit Flaschen dieser Charge beliefert. Betroffen sind 300 000 33-Zentiliter-Flaschen Schützengarten Lager. Nicht nur die St. Galler Brauerei füllte die Flaschen ab, auch die Flaschen von neun anderen Marken werden nun zurückgerufen.

Ein kleiner Splitter

Festgestellt wurde der Fehler aufgrund vereinzelter Kundenreklamationen bei von Vetropack belieferten Brauereien. Das Problem: Beim Öffnen der Drehverschlüsse dieser Flaschen könnte an der Mündung Glas absplittern. Ein winziger Splitter nur, zwei Millimeter lang und sehr dünn, sagt Christoph Kurer. «Die fehlerhaften Verschlüsse gehen etwas strenger auf. Wenn es einen Knacks gibt, ist das ein Zeichen.» Wenn man genau hinschaue, sei die Absplitterung sichtbar. Ob eine Flasche zu der fehlerhaften Charge gehört, lässt sich auch einfacher feststellen. Sie hat ein bestimmtes Haltbarkeitsdatum (siehe Kasten), und der Produktionscode unten an der Flasche zeigt die Ziffer 10 und vier L-förmig angeordnete Punkte.

Wie gefährlich der kleine Splitter für Konsumenten ist, sei schwer zu beurteilen, sagt Elisabeth Boner, Pressesprecherin der Vetropack AG. Nun werden alle 2,8 Millionen Flaschen aus der beanstandeten Charge zurückgerufen. «Es ist eine vorsorgliche Massnahme», sagt Boner. Wichtig sei dies auch gegenüber den Kunden der Vetropack. «Wir stehen für Qualität.»

Flaschen werden ersetzt

Konsumenten, die solche Flaschen haben, sind nun aufgerufen, sie zur Verkaufsstelle zurückzubringen. Die Flaschen werden ersetzt oder der Verkaufspreis wird zurückerstattet. Man werde nun sehen, wie viel zurückkomme, sagt Christoph Kurer. Abgefüllt wurden die Flaschen in der Brauerei Schützengarten zwischen Ende Mai und Mitte Juni. «Ein Teil davon wurde wohl schon getrunken», sagt Kurer.

Haftbar für den Schaden sei zwar die Vetropack, sagt Christoph Kurer. Aber auf die Brauerei wie die Detailhändler wartet eine Menge Arbeit: In den Läden müssen nun die Gestelle geprüft, allenfalls geleert und wieder aufgefüllt werden. Unangenehm für die Brauerei sei auch, wenn manchenorts für kurze Zeit das Schützengarten Lager ausgehe. Das Ganze sei ärgerlich, da es die Brauerei ohne Schuld getroffen habe, sagt Kurer – ärgerlich sei es auch für die Konsumenten, die nun Umtriebe auf sich nehmen müssten.

Quelle: tagblatt.ch

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