Pfäffiker Sudwerk lanciert ein Cola

Süssgetränke aus der Brauerei? Was eher kurios anmutet, wird in Pfäffikon bald Realität sein. Die Sudwerk AG bringt ein Cola auf den Markt.

Kaum glaubt man, dass Jerry Farrell einen mit nichts mehr überraschen kann, holt der Geschäftsführer der Pfäffiker Brauerei Sudwerk zum nächsten Schlag aus. «Ich bringe ein eigenes Cola auf den Markt», sagt er. Cola aus einer Brauerei? Was sich nach einem schlechten Scherz anhört, ist bitterer Ernst. Spätestens Ende August will Farrell das Getränk lancieren.

Der Hintergrund, der zum Entscheid geführt hat, ist banal: «Wir sind immer wieder gefragt worden, warum wir kein alkoholfreies Produkt verkaufen», sagt Farrell. «Als Brauer fand ich die Frage zwar immer etwas komisch, meine Frau hatte dann aber die Idee, ein Premium-Cola zu produzieren.» Zum Vorteil gereicht Sudwerk die neue Abfüllanlage, die seit einigen Wochen in Betrieb ist. Die 200’000-Franken-Investition sorgt dafür, dass die nötige Kapazität für ein neues Produkt vorhanden ist.

Vorteil der starken Vernetzung

Mit der Produktion von Cola hat Jerry Farrell als Heimbrauer bereits Erfahrung gemacht. Im Unterschied zu grossen Cola-Marken will er das Getränk nicht pasteurisieren, sondern rein organisch produzieren. «Es soll ein natürliches Getränk werden», sagt Farrell. Entsprechend legt er den geschmack­lichen Fokus auf die verschiedenen Kräuter, die er aus der Schweiz und aus England bezieht. Und statt des herkömmlichen Zuckers verwendet der Braumeister Rohrzucker-Melasse. Das Rad neu erfinden will er aber nicht. «Farblich und geschmacklich wird unser Cola trotzdem ähnlich wie andere Colas sein», räumt er ein. «Aber halt doch anders.»

Profitieren könnte Sudwerk von ihrer starken Vernetzung im Getränkemarkt. Bereits haben zwei bestehende Kunden ihr Interesse bekundet, weitere will Farrell in nächster Zeit anfragen. Einer davon wird auch Coop sein. Der Grossverteiler ist seit über einem Jahr Hauptkunde von Sudwerk und verkauft die Biere schweizweit. Farrell geht nicht davon aus, dass er mit einem alkoholfreien Produkt an den Erfolg der Sudwerk-Biere anknüpfen kann. «Das Cola wird ein Nischenprodukt bleiben», sagt er. Dafür spricht letztlich auch der Preis, der mit drei Franken pro halbem Liter vergleichsweise sehr hoch ist.

Bestellung hat sich verdoppelt

Sudwerk-Cola bezeichnet Jerry Farrell als das «nächste wichtige Produkt» für die Brauerei. Dennoch liegt sein Fokus derzeit auch noch auf anderen Entwicklungen. Beispielsweise auf der Zusammenarbeit mit Heineken. Seit Sudwerk beim Biergiganten ins Sortiment aufgenommen worden ist, hat der Konzern die Bestellmenge verdoppelt. «Heute liefern wir statt Kisten Paletten», so Farrell. Ausserdem vertreibe Heineken die Produkte vermehrt in der ganzen Schweiz. Die Entwicklung ist vor allem insofern interessant, als dass Sudwerk für Heineken eine potenzielle Akquisition darstellt.

Ein weiteres Projekt, das Sudwerk derzeit beschäftigt, ist das Porter-Truff. Wie Farrell bestätigt, entwickle eine renommierte Zürcher Confiserie ein Praliné mit dem Pacific Pioneer Porter aus Pfäffikon. Um welches Unternehmen es sich dabei handelt, will der umtriebige Geschäftsmann aber noch nicht sagen. «In zwei bis drei Wochen sieht das aber anders aus», stellt er in Aussicht.

Quelle: regio.ch

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