Schweizer trinken immer mehr importiertes Bier

Schweizer Brauereien haben derzeit wenig zu feiern: Der Bierkonsum ist im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen. Und wenn die Schweizer zum Gerstensaft greifen, ziehen sie immer öfter ausländische Marken vor.

2013 wurden hierzulande insgesamt 4,6 Millionen Hektoliter Bier getrunken. Das ist ein leichter Rückgang um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die jüngsten Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) zeigen, über die die „Neue Zürcher Zeitung“ berichtete.

Deutlich gestiegen ist allerdings die Nachfrage nach ausländischen Bieren: Die Importe legten um knapp 13 Prozent zu. Inzwischen machen sie über ein Viertel des Schweizer Bierkonsums aus. Vor zehn Jahren waren es lediglich 15 Prozent gewesen.

Der Absatz der inländischen Bierproduzenten geht derweil zurück – trotzdem gibt es immer mehr von ihnen. Die EZV zählte im vergangenen Jahr 409 registrierte Brauereien. Das sind mehr als dreimal so viel wie vor zehn Jahren, obschon ihr Absatz in dieser Zeit gesunken ist.

Auf Wein umgestiegen

Um die Umsatzeinbussen auszugleichen, setzt zum Beispiel Feldschlösschen, die grösste Brauerei des Landes, vermehrt auf Wein und Softdrinks. Man wolle „in Zukunft vermehrt Wachstumschancen im übrigen Getränkemarkt nutzen“, sagte Unternehmenschef Thomas Amstutz laut Medienmitteilung.

Den Grundstein dieser Strategie legte Feldschlösschen bereits im vergangenen Jahr. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben das Weinangebot für die Gastronomie ausgebaut. Ausserdem setzt es auf Softdrinks: Seit Anfang 2014 besitzt Feldschlösschen die exklusiven Vertriebsrechte für die Marken Orangina, Oasis und Dr. Pepper in der Schweiz.

Umsatzrückgang

Denn die 40 Biersorten, die Feldschlösschen in der Schweiz braut, spülten im vergangenen Jahr 0,5 Prozent weniger Geld in die Kassen, wie das Unternehmen bekanntgab. Das produzierte Volumen ging mit 1,1 Prozent noch stärker zurück.

Trösten kann sich Feldschlösschen damit, dass der Gesamtmarkt noch schlechter abschnitt: 2013 setzten die Schweizer Brauereien 4,1 Prozent weniger ab als noch im Vorjahr.

Quelle: aargauerzeitung.ch