Spannende Einblicke in aussergewöhnliche Objekte

«Im Untergrund»: Unter diesem Thema stehen die Europäischen Denkmaltage am 10. und 11. September 2011. Im Kanton Bern sind Objekte zu besichtigen, die normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. So beispielsweise das Labor und das spektakuläre Hochregallager des Archäologischen Dienstes in Bern-Bümpliz, der seit Jahrzehnten geschlossene Gasthof «Wilder Mann» in Wynigen oder der Keller der Kapelle Jean Guy in Tramelan mit dem Archiv der Mennoniten.

Das Motto der diesjährigen Europäischen Tage des Denkmals lautet «Im Untergrund». Gezeigt werden heuer beispielsweise Kellereien und Lager, Stollen und Gänge, Festungsanlagen, Krypten und verborgene Archive. Im Kanton Bern wird das Programm von der kantonalen Denkmalpflege zusammengestellt und koordiniert. Dabei arbeitet sie eng mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Bern zusammen. Mitbeteiligt ist auch der Berner Heimatschutz. Das diesjährige Programm umfasst rund 20 attraktive Veranstaltungen im ganzen Kantonsgebiet.

Archäologische Funde auf ihrem Weg von der Grabung ins Hochregallager

Der Besuch des Labors «Konservierung und Restaurierung» und der Depots des Archäologischen Dienstes in Bern-Bümpliz bietet die einzigartige Gelegenheit, Einblicke hinter die Kulissen zu gewinnen. Was konserviert man – wie und warum? Welche Stationen durchläuft ein Fund von seiner Entdeckung auf der Grabung bis zu seiner definitiven Einlagerung im Hochregallager? Identifikation, Konservierung, Restaurierung, Dokumentation, wissenschaftliche Analyse und Publikation sind die Schritte, welche die Besucherinnen und Besucher am Denkmaltag anschaulich nachvollziehen können.

Bier-, Wein und Mostkellereien sowie eine spätbarocker Gasthof

Gleich drei Veranstaltungen führt die kantonale Denkmalpflege im Raum Burgdorf-Wynigen-Langenthal durch: Auf dem Programm steht eine Führung in der ehemaligen Weinhandlung Grossenbacher in Langenthal mit ihren weiträumigen Kellereien. Weiter kann der Kornhauskeller in Burgdorf besichtigt werden, der derzeit in eine Brauerei umgebaut wird. In Wynigen lassen sich die hohen, in den Sandstein gehauenen Kavernen besuchen, in denen während Jahrzehnten Bier- und Most gelagert wurden. Nur wenige Tanks sind noch da. Geblieben sind die leeren unterirdischen Hallen, Säle und Gewölbe – Zeugnisse der Wirtschafts- und Gewerbegeschichte des Dorfes. Nur ein paar Schritte weiter ist der um 1790 erbaute, seit Jahrzehnten geschlossene Landgasthof «Wilder Mann», in dem die Zeit still steht. Das ganze Mobiliar von damals ist noch vorhanden: die Tische, Stühle, die Kupferpfannen, die Bierhumpen und Rotweingläser. Nun hat die Restaurierung des Gebäudes angefangen. Die neuen Eigentümer öffnen das Haus für einen Tag und führen durch die Stuben, die Küche und den grossen hölzernen Theatersaal mit den eigens angefertigten Kulissen.

Tramelan: Aussergewöhnliches Archiv zur Geschichte der Mennoniten

Drei aussergewöhnliche Orte schliesslich zeigt die kantonale Denkmalpflege in Tramelan und seiner näheren Umgebung. Im Keller der Kapelle Jean Guy können Archiv und Bibliothek der Konferenz der Mennoniten der Schweiz besichtigt werden. Die eindrückliche Sammlung zeigt, dass es im Alten Bern nicht immer einfach war, einem nicht offiziellen Glauben nachzuleben, und dass den Betroffenen oft nur die Auswanderung blieb. In Tramelan öffnen sich die Türen eines Stadthauses, das nach einem Brand vollständig restauriert worden ist. Und auf einer geführten Wanderung oberhalb von Tramelan wird gezeigt, wie einst die Wasserversorgung auf den Weiden funktionierte.

Quelle: be.ch

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