Sudwerk will gezielt wachsen

Quelle: zol.ch

von Yves Ballinar

Seit der Firmengründung im Jahr 2010 hat sich die Pfäffiker Brauerei Sudwerk mit ihren Spezialbieren ständig vergrössert. Die Diskussionen, wohin das Wachstum führen soll, sind laut Geschäftsführer Martin Halter ständiges Thema im Verwaltungsrat.

An diesem Dienstagvormittag fliesst im Sudwerk vor allem Wasser. Mit einem Schlauch säubert ein Mitarbeiter die Produktionsanlagen. Bier brauen die Mitarbeiter im Pfäffiker Industriequartier Witzberg jeweils über Nacht, wenn die Stromkosten niedriger sind. «Wir sparen dadurch 5000 Franken pro Jahr», sagt Geschäftsführer Martin Halter. «Für einen Betrieb un­serer Grösse ist das ein bedeut­samer Betrag.»

Bei Sudwerk ist man gerade ­daran, die Kosten zu optimieren. Seit der Aufnahme der Geschäftstätigkeit vor vier Jahren hat sich in der Mikrobrauerei auch sonst einiges getan. Der bisherige Verkaufsleiter und Aktionär Halter übernahm die Führung und die Aktienmehrheit des Unternehmens von Inhaber Jerry Farrell, und eine Kapitalerhöhung steht ins Haus. Ausserdem ist ein wei­terer Ausbau der Produktionsräume geplant. Irgendwo zwischen der Abfüllanlage, den Rohstoff- und Biertanks, dem Eingangs­bereich mit Verkaufsladen, dem Lager und der Pausenecke hat Halter tatsächlich eine Ecke ausgemacht, die noch Platz für einen weiteren Behälter bietet. Damit lässt sich das Fassungsvermögen um rund 2000 Liter erhöhen.

Anfrage aus Brasilien

Im letzten Jahr flossen insgesamt über 100’000 Liter Bier durch die Leitungen und Behälter der Brauerei. Grösste Ab­nehmerin ist weiterhin Coop. Die Detaillistin ordert regelmässig drei Sorten für den Verkauf in den Filialen in der Deutschschweiz und in der Romandie. Zudem führt der Bierkonzern Heineken die Biersorte Pale Ale aus dem Sudwerk im Sortiment. «Mittlerweile hat unser Bier die Akzeptanz einer breiten Kundschaft», sagt Halter. «Aber noch immer kostet es uns viel Aufwand, den Menschen unsere Produkte schmackhaft zu machen.»

Mehr als 400 Kleinbrauereien gibt es in der Schweiz, aber die meisten Bewohner sind noch immer eher an Lagerbier gewöhnt als an die britisch-amerikanisch geprägten Spezialitäten von Sudwerk. «Die Schweiz ist eines der letzten brachliegenden Lagerbierländer.» Mit Veranstaltungen wie Grillabenden oder Bierseminaren sorgen Halters zwei Mitarbeiter und er dafür, dass sich die Kluft schliesst.