Technologiepark statt Cardinal-Bier

Im Juni wird die traditionsreiche Cardinal-Brauerei in Freiburg geschlossen. Nun haben sich Kanton und Stadt Freiburg zum Kauf des Geländes entschieden. Sie beabsichtigen die Schaffung eines Technologieparks.

Der Kanton und die Stadt Freiburg kaufen das Cardinal-Areal für 21,5 Millionen Franken. Ziel ist es, auf dem Gelände der Traditionsbrauerei einen Technologie- und Innovationspark zu schaffen.

An Bedingungen geknüpft

Der Kaufvertrag wurde am Montag unterzeichnet, wie der Freiburger Staatsrat und die Cardinal-Besitzerin Feldschlösschen in einer Mitteilung schreiben. Der Kauf sei allerdings an Bedingungen geknüpft worden.

Der Betrag von 21,5 Millionen Franken berücksichtige bereits den Abzug eines geschätzten Betrags von drei Millionen Franken für die Sanierung von Böden und Gebäuden im Falle einer Verschmutzung. Gemäss Vorstudien dürften gewisse Sanierungsarbeiten nötig sein, heisst es in der Mitteilung. Diese Arbeiten gingen folglich zulasten der Stadt und des Kantons Freiburg.

Anteil an Mehrwert geht an Feldschlösschen

Der Vertrag sieht weiter vor, dass die neuen Besitzer die Gebäude nach dem Rückbau der technischen Installationen durch Feldschlösschen unverändert übernehmen. Deshalb sei eine zusätzliche Million Franken für die notwendigen Rückbau-Arbeiten nach dem Abbau der technischen Anlagen vom Kaufbetrag abgezogen worden.

Feldschlösschen erhält überdies einen Anteil an einem allfälligen Mehrwert des Grundstücks, der sich durch eine Zonenumnutzung ergeben könnte. So würde etwa die Umzonung einer Gewerbe- in eine Stadtzone einen Mehrwert pro Quadratmeter ergeben. Die Hälfte dieses Mehrwertes würde Feldschlösschen erstattet.

Museum für 20 Jahre

Kanton und Stadt verpflichten sich zudem, während 20 Jahren für den Betrieb des Brauereimuseums Räumlichkeiten unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Das Museum, das der Stiftung Blancpain gehört, bleibt somit auf dem Brauereigelände.

Im Juni ist Schluss

Den Kaufvertrag haben Gemeinde- und Staatsrat akzeptiert, er muss aber noch vom Generalrat der Stadt und vom Kantonsparlament genehmigt werden. Geplant ist, dass Kanton und Stadt Freiburg das Areal auf Ende Juni 2012 in Besitz nehmen können. Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Kanton und Stadt Freiburg sowie der ETH Lausanne prüft derweil, ob sich das Cardinal-Gelände zur Errichtung eines Technologie- und Innovationsparks eignen würde.

Die Freiburger Traditionsbrauerei wird, wie geplant, im Juni geschlossen. Die Ankündigung von Feldschlösschen, die Cardinal zu schliessen, warf im Sommer des vergangenen Jahres hohe Wellen. Inzwischen haben 35 von 57 betroffenen Mitarbeitenden eine neue Stelle bei Feldschlösschen angenommen. 18 Personen wurden vorzeitig pensioniert.

Quelle: nzz.ch

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