Vor 135 Jahren braute Feldschlösschen das erste Bier

8. Februar 1876 – das war der Tag, als Theophil Roniger das erste Bier kochte. Heute ist Feldschlösschen das grösste Getränkeunternehmen der Schweiz.

Feldschlösschen feiert dieses Jahr das 135-jährige Bestehen. Am 8. Februar 1876 wurde in der Brauerei in Rheinfelden zum ersten Mal Bier gebraut. Dank der Weitsicht der Gründer entwickelte sich das Unternehmen bereits in den Anfangsjahren sehr erfolgreich, und Feldschlösschen ist bis heute das grösste Getränkeunternehmen der Schweiz.

Am Samstag, 3. September, gibt es einen Tag der offenen Türen und die Bevölkerung erhält die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und mehr über die lange Brautradition zu erfahren. Am eigentlichen Geburtstag, haben die Mitarbeitenden mit einem Umtrunk an allen Feldschlösschen-Standorten in der Schweiz auf das Unternehmen angestossen. In Rheinfelden fand der interne Anlass in den historischen Museumsräumlichkeiten der Gründerfamilie Wüthrich statt.

Der Vintage-Sud wird eingebraut

Zu Ehren der Feldschlösschen-Gründer wurde zudem ein aussergewöhnlicher Sud eingebraut, aus dem durch besonders lange Lagerung bis zum Herbst das zweite «Theophil Vintage Bier» reifen wird. Dieses Spezialbier verkörpert die lange Brautradition und wird lediglich in einer kleinen, limitierten Auflage erhältlich sein.

Am Anfang der Brauereigeschichte stehen zwei Männer: Theophil Roniger (Jahrgang 1844), Brauer aus Magden AG, und Mathias Wüthrich (Jahrgang 1846), Sohn des Sennweid-Bauern aus Olsberg AG. Sie waren grundverschieden vom Herkommen, im Temperament und in ihren Fähigkeiten.

Schweizweite Lieferung

1874 kauften sie mit Wüthrichs Geld die alte Fabrikliegenschaft beim neuen Bahnhof Rheinfelden. Bis Ende Januar 1876 wurden 365000 Franken in den Umbau, die modernsten Braueinrichtungen und Rohmaterialien investiert. Eine für die damalige Zeit wahrlich ungeheure Summe.

Viele Aussenstehende sagten dem Unternehmen ein schnelles Ende voraus. Doch die visionäre Standortwahl an der neu eröffneten BözbergBahnlinie sollte möglich machen, was bisher undenkbar gewesen war: die schweizweite Bierbelieferung.

Am 8. Februar 1876 braute Theophil Roniger sein erstes Feldschlösschen-Bier. Der Tag ist in den Geschichtsbüchern als Gründungsdatum des Unternehmens und der Marke Feldschlösschen eingetragen. 3600 Hektoliter Bier wurden im ersten Betriebsjahr hergestellt. 1890 waren es zehnmal mehr. Roniger und Wüthrich hatten ihr Absatzgebiet systematisch erweitert – das sollte erst der Anfang sein.

1913 übernimmt der Sohn

1890 wurde aus der Kollektivgesellschaft Wüthrich und Roniger Brauerei zum Feldschlösschen eine Aktiengesellschaft. 1898 überstieg der Jahresausstoss erstmals die Grenze von 100000 Hektolitern. Das Feldschlösschen war zur grössten Brauerei der Schweiz geworden. Roniger und Wüthrich festigten das Unternehmen nach aussen und innen: Sie pflegten einen intensiven Kontakt zu Kunden in der ganzen Schweiz und investierten laufend in Anlagen und neuste Technologien. 1913 starb Theophil Roniger, sein Sohn Adolf übernahm die Leitung der Brauerei.

Adolf Roniger konnte tüchtige Leute für das Feldschlösschen begeistern, darunter auch Hans Wüthrich, Enkel des Mitbegründers Mathias Wüthrich.

Braumeister Wüthrich machte sich als Ingenieur und Logistiker weit über das Unternehmen hinaus einen Namen und setzte bahnbrechende Ideen in der Getränkebelieferung um. So beispielsweise die ersten Europaletten für die Getränkebranche.

Die Suche nach neuen Lösungen

In den Sechzigerjahren war die Zeit für die dritte und vierte Generation gekommen. Neue Herausforderungen verlangten neue Lösungen in der Firmenstruktur. Feldschlösschen baute seine Stellung mit nichtalkoholischen Produkten aus. Mit neuen Sorten und dem ersten alkoholfreien Bier positionierte man sich am Markt.

Im Jahr 2000 wurde der umfangreiche Immobilienteil von Feldschlösschen ausgelagert und der Getränketeil durch die dänische Carlsberg-Gruppe übernommen, ein Unternehmen mit einer ebenfalls langen Brautradition. «Die Botschaft der Gründer ist zeitlos», betont Thomas Metzger, CEO von Feldschlösschen. Denn: «Weitsichtigkeit, Offenheit für Neues, leidenschaftliches Interesse für das, was man tut, prägte den Pioniergeist.»

Quelle: aargauerzeitung.ch

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