Warten auf den Stadtbühl-Neubau

Ein neuer Laden, Lagerräume und Wohnungen – die Gossauer Brauerei Stadtbühl will ausbauen. Wegen Einsprachen hat sich das Projekt aber in die Länge gezogen. Demnächst liegt es neu auf.

Noch im vergangenen Jahr sah alles gut aus. Damals glaubte Adrian Krucker, Geschäftsleiter der Gossauer Brauerei Stadtbühl, bereits im Herbst 2012 die Eröffnung des Neubaus mit Lagerräumen und Verkaufsladen feiern zu können (Ausgabe vom 8. Juni 2011). Doch von Bauarbeiten ist auf dem Stadtbühlareal nichts zu sehen. Einsprachen haben das Projekt ins Stocken gebracht. Zwischenzeitlich hat das Verwaltungsgericht zudem ein Urteil zur Klassierung von Erschliessungsstrassen gefällt, wie Urs Salzmann von der Stadt Gossau ausführt. Demnach müssen Strassen, welche mehr als zehn Wohnungen bedienen, als Gemeindestrasse zweiter Klasse klassiert werden.

Damit muss auch die Brauereistrasse, die zum Areal führt, neu klassifiziert werden: Von einer Gemeindestrasse dritter Klasse in eine Gemeindestrasse zweiter Klasse. Denn das Bauprojekt beinhaltet nebst den Lager- und Verkaufsräumen auch zehn Wohneinheiten.

Die ganze Strasse ausbauen

Dieser Entscheid dürfte die Einsprecher freuen, sagt Krucker. Galten deren Einwände doch gerade der Brauereistrasse. Denn anders als Kruckers Pläne es vorsahen, forderten die Einsprecher, dass die gesamte Brauereistrasse ausgebaut wird. «Wir hingegen haben geplant, dies nur bis zu unserem Areal zu tun», sagt Krucker. Denn hinter dem Stadtbühlareal lägen nur noch zwei Liegenschaften. «Da sich dort also kaum Autos kreuzen, finden wir es nicht notwendig, dass auch jener Strassenabschnitt ausgebaut wird», sagt er. Dies wird laut Krucker auch von der Stadt Gossau als genügend angesehen und durch die Berichte der kantonalen Amtsstellen bestätigt.

Neue Pläne auflegen

Mit dem Urteil des Verwaltungsgerichts hat sich das Thema nun sowieso erledigt. Die Einsprachen werden hinfällig. Doch was bedeutet das für die Brauerei Stadtbühl? «Zunächst werden wir das gesamte Strassenprojekt öffentlich neu auflegen müssen. Mit Plänen für den Ausbau der Brauereistrasse», sagt Krucker. Der Unterschied zwischen Gemeindestrassen zweiter und dritter Klasse ist, dass letztere dem allgemeinen Motorfahrzeugverkehr nicht offen stehen und zum Beispiel der Erschliessung der Land- und Forstwirtschaft dienen. Gemeindestrassen zweiter Klasse stehen hingegen dem allgemeinen Verkehr offen und erschliessen etwa grössere Siedlungsgebiete.

Hoffen auf gutes Ende

Ist das Projekt neu aufgelegt, besteht während 30 Tagen wiederum die Gelegenheit, Einsprachen einzureichen. «Ich hoffe natürlich nicht, dass das geschieht», sagt Krucker. Aber irgendwie würde es ihn nicht überraschen, wenn genau das wieder passiere. «Das wäre schade, denn auch der Kanton hat unser Projekt als gut befunden.»

Quelle: tagblatt.ch

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